Studie
Studie 2026: 94,5 % der analysierten großen französischen E-Commerce-Websites haben erkennbare Barrierefreiheitsmängel
Wir haben die Startseite großer französischer E-Commerce-Marken mit unserer automatisierten Engine analysiert. Von 55 analysierbaren Websites weisen 52 mindestens eine kritische oder schwerwiegende Nichtkonformität auf. Zahlen, häufigste Mängel und vollständige Methodik.
Zahlen, Methodik und Nutzungsbedingungen: zitierbare Daten ansehen →
Der European Accessibility Act gilt für den E-Commerce seit dem 28. Juni 2025. Wo stehen die großen französischen Marken ein Jahr später? Wir haben die Startseite eines Panels von 102 großen Marken mit unserer automatisierten Analyse-Engine geprüft (echter Browser + automatisch testbare WCAG-Regeln). Das Ergebnis: Von den 55 Websites, deren Seite analysiert werden konnte, weisen 94,5 % mindestens eine kritische oder schwerwiegende Nichtkonformität auf.
Die wichtigsten Zahlen
- 94,5 % der analysierten Websites (52 von 55) weisen mindestens eine kritische oder schwerwiegende Nichtkonformität auf ihrer Startseite auf.
- 70,9 % (39 von 55) weisen mindestens eine kritische Nichtkonformität auf, die schwerste Stufe.
- Nur 3 von 55 Websites (5,5 %) bestehen die Analyse ohne kritischen oder schwerwiegenden Mangel.
- Durchschnittlicher Score: 52,6 von 100 (Median: 55). Die Scores reichen von 0 bis 100.
- Im Durchschnitt 34 fehlerhafte Elemente (kritisch oder schwerwiegend) pro Startseite: insgesamt 545 kritische und 1 345 schwerwiegende auf 55 Seiten.
Die häufigsten Mängel
| Mangel | Schweregrad | Betroffene Websites | Wer blockiert wird |
|---|---|---|---|
| Unzureichende Farbkontraste | Schwerwiegend | 60 % | Sehbehinderte Menschen, Lesen bei Sonnenlicht |
| Links ohne zugänglichen Namen | Schwerwiegend | 60 % | Nutzer von Screenreadern |
| Zu kleine Touch-Ziele | Schwerwiegend | 49 % | Eingeschränkte Motorik, mobile Nutzung |
| Bilder ohne Textalternative | Kritisch | 40 % | Blinde und sehbehinderte Menschen |
| Schaltflächen ohne zugänglichen Namen | Kritisch | 25 % | Nutzer von Screenreadern |
| Schlecht strukturierte Listen | Schwerwiegend | 22 % | Navigation mit assistiven Technologien |
Methodik
Panel: 102 große E-Commerce-Marken mit Aktivität in Frankreich, alle Branchen (Generalisten, Mode, Technik, Wohnen, Beauty, Lebensmittel, Heimwerken, Auto, Tiere, Spielzeug), zusammengestellt im Juli 2026. Test: die Startseite jeder Website, analysiert am 10. Juli 2026 durch unsere Engine (echter Browser + automatisch testbare WCAG-2.x-Regeln, axe-core-Engine). 47 Websites wurden aus den Ergebnissen ausgeschlossen: Ihre Seite hat den automatisierten Browser abgewiesen (Anti-Bot-Blockade) oder zum Testzeitpunkt einen Fehler zurückgegeben. Die Zahlen beziehen sich daher auf die 55 tatsächlich analysierten Websites. Keine Website wird genannt: Ziel ist das Gesamtbild, nicht der Pranger.
Wichtig: Die automatisierte Analyse deckt nur einen Teil der Barrierefreiheitskriterien ab (eine vollständige Prüfung erfordert manuelle Tests). Die obigen Zahlen sind daher eine Untergrenze: Eine Website ohne automatisch erkannten Mangel ist deshalb nicht zwingend konform. Umgekehrt ist eine erkannte Nichtkonformität für sich genommen kein Beweis für einen Verstoß: Der genaue rechtliche Rahmen wird Dienst für Dienst beurteilt. Informativer Inhalt, keine Rechtsberatung.
Was diese Studie über den Markt aussagt
Ein Jahr nach Geltungsbeginn des EAA weist die überwältigende Mehrheit der großen Marken weiterhin grundlegende, messbare Barrierefreiheitsmängel auf ihrer wichtigsten Schaufensterseite auf: Kontraste, Linknamen, Bildalternativen. Das sind genau die Mängel, die am einfachsten zu beheben sind, und die ersten, auf die betroffene Menschen stoßen. Eine weitere Erkenntnis: Fast die Hälfte der Websites des Panels blockiert automatisierte Browser. Das erinnert daran, dass kein automatisches Tool einen vollständigen Ansatz ersetzt: Analyse, Korrekturen an der Quelle, eine ehrliche Erklärung und kontinuierliche Überwachung.
Für E-Commerce-Betreiber: Wo anfangen
Zuerst messen: Ein Scan liefert in wenigen Sekunden Ihren Score und Ihre vorrangigen Mängel. Dann die kritischen und schwerwiegenden Probleme beheben, die oft schnell zu behandeln sind. Eine ehrliche Barrierefreiheitserklärung veröffentlichen und anschließend kontinuierlich überwachen, um Regressionen zu vermeiden. Unsere Leitfäden erläutern jeden Schritt, die Fristen und die Sanktionen pro Land.
Häufige Fragen
Warum nennen Sie die betroffenen Websites nicht?
Weil das Ziel das Bild eines Marktes ist, nicht die Anprangerung identifizierter Akteure. Die Daten pro Website bleiben intern und dienen ausschließlich den aggregierten Statistiken.
Reicht ein automatischer Scan aus, um eine Website als nicht konform einzustufen?
Nein. Die Automatik erkennt einen Teil der Kriterien, zuverlässig, aber unvollständig: Unsere Zahlen sind eine Untergrenze, und eine erkannte Nichtkonformität ist für sich genommen kein Beweis für einen Verstoß. Die vollständige Konformität wird mit zusätzlichen manuellen Prüfungen bewertet.
Ich betreibe einen Onlineshop: Was fange ich mit diesen Zahlen an?
Sie als Chance begreifen: Der Großteil des Marktes hat dieselben grundlegenden Mängel. Messen Sie Ihre eigene Seite, beheben Sie das Kritische und Schwerwiegende, veröffentlichen Sie Ihre Erklärung: Mit vertretbarem Aufwand ziehen Sie am Großteil des Marktes vorbei.
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